EXPOSÈ
Veronika und JÜrgen Franke
Der Spanckenhof
Bad Wünnenberg
Hauptansicht mit barockem Vorhof

Seitenansicht mit alter Kastanie und angrenzender Streuobstwiese
Die Geschichte des Gebäudes
Rund 400 Jahre nach der Gründung Wünnenbergs durch die Edelherren von Büren auf einem vor feindlichen Übergriffen sicheren Bergsporn, musste die Hälfte der Ackerbürger auf Geheiß der fürstbischöflichen Obrigkeit in den Bruch am Fuße des Berges umziehen. Die Stadt war, begünstigt durch die enge Bebauung, zu oft abgebrannt. Dieses sollte durch ein gezieltes Umsiedeln ins Tal zukünftig vermieden werden.
Nach dem letzten großen Brand im Jahre 1725 ging der hiesige Liegenschaftsverwalter des Paderborner Fürstbischofes, Jobst Friedrich Wilthelm, mit gutem Beispiel voran. Er ließ als Erster seine Residenz im Tal erbauen. In exponierter Lage, zwischen zwei Flussläufen, errichtete er der langsam entstehenden Unterstadt vorgelagert ein großes Fachwerkgebäude, das seine Wohlhabenheit und hohe gesellschaftliche Stellung zur Schau stellte.
Seinem Amt entsprechend war die Rentmeisterei mit aufwändig gestalteter Fassade und luxuriösem Interieur ganz auf Repräsentation ausgerichtet.
Nach dem Tod Jobst Friedrich Wilthelms im Jahre 1745 übernahm sein Sohn Theodor Wolfgang die Nachfolge von Amt und Besitz. Allerdings nur für kurze Zeit, denn er starb 1749 ohne leibliche Nachkommen.
Das Gebäude blieb aber weiterhin im Besitz der Familie. Theodor Wolfgangs Schwester Josephine und ihr Mann Dominius Johannes Heinrich Block übernahmen das Haus, das zu ihrer Zeit auch das „Block`sche Etablissement“ genannt wurde.
Mit dem folgenden Besitzer, Justitiar Ignatius Spancken, erhielt das Gebäude seinen heutigen Namen. Der Gerichtshalter und Assesor kaufte das Anwesen 1803 und wurde in das zur preußischen Zeit angelegte Grundbuch eingetragen. Justitiar Ignatius Spancken lebte hier bis zu seinem Tod im Jahre 1855.
Dann wechselten die Besitzer mehrfach und auch das Gebäude veränderte sein Gesicht. Nachdem die Instandhaltung des Anwesens zunehmend schwieriger wurde, übernahm schließlich nach langen Bemühungen die Stadt Wünnenberg das Gebäude. Damit verbunden war die Restaurierung, gefördert mit Mitteln des Landes. Seit 1994 zeigt sich der Spanckenhof wieder in vollem Glanz als ein Herzstück historischer Bausubstanz in Bad Wünnenberg.
Der Spanckenhof heute
Der Spanckenhof als bauhistorisches Denkmal ist heute Begegnungsstätte und Zentrum zahlreicher Aktivitäten der Stadt Bad Wünnenberg und der Region.
Im Obergeschoss befinden sich Büroräume des „Südliches Paderborner-Land (EU - Projekt)“ und der "Hospizgruppe Bad Wünnenberg".
Eine wichtige Rolle in Restaurierung und Erhalt des Spanckenhofes kommt dem Heimatverein Bad Wünnenberg zu Gute, zu dessen Hauptaufgaben der Erhalt und die Restaurierung alter ortstypischer Bausubstanz zählt.
Ende der 80 er Jahre ermöglichten bereitgestellte Landesgelder die vom Heimatverein forcierten Restaurationsbemühungen des Spanckenhofes. Die Heimatstubemit Mobiliar aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts wurde im Erdgeschoss eingerichtet. Sie wird vornehmlich für Brauchtumsveranstaltungen genutzt.
Der Zugang zum Spanckenhof ist Rollstuhlfahrer gerecht. Im Erdgeschoss befindet sich ein Aufzug zum Stucksaal.
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Das feudale Treppenhaus mit Geländer aus Sägebalustern stammt aus der Zeit
Jobst Friedrich Wilthelms
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Im spätbarocken Stucksaal finden kulturelle Veranstaltungen statt. Ebenso dient der Stucksaal für Ratssitzungen.
Die Stirnwand des Stucksaales schmückt ein Rokokospiegel, der aus dem Besitz der Familie des Erbauers stammt.

Über dem offenen Kamin, der nach dem Vorbild französischer Loire-Schlösser gebaut wurde, ist das Siegel der Stadt Wünnenberg von 1548 eingefügt.
Kamin mit Siegel der Stadt Wünnenberg aus dem Jahr 1548

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Den Stucksaal ziert die „so genannte Kölner Stuckdecke“, die flämische Künstler im Auftrag des Fürstbischofes von Paderborn anfertigten.
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Die Heimatstube
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Heimatstube im Erdgeschoss mit Mobiliar aus der Zeit um 1900. Sie wird vornehmlich für Brauchtums-veranstaltungen und Begegnungen mit Künstlern und Konzertbesuchern genutzt.
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